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Mindesthaltbarkeitsdatum Drucken
Dienstag, den 18. Oktober 2011 um 11:33 Uhr

Werden wir hierauf bald verzichten müssen?

In der Presse ist bereits zu hören, dass das "missverständliche" Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf unseren Verpackungen verschwinden - ggf. ausgewechselt werden - soll.

Zunächst stellt sich mE überhaupt die Frage, warum der Begriff MHD missverständlich ist. Freilich ist es wichtig, den Verbraucher im Allgemeinen zu schützen. Dies wird auch vom deutschen Gesetzgeber im Rahmen der Umsetzung diverser europäischer Verbraucherschutzrichtlinien so eingehalten. Doch wie weit muss, darf und kann der Schutz gehen? Sind die Bürger noch mündig?

Das MHD soll anzeigen, bis zu welchem Datum ein Lebensmittel (bei Einhaltung der angegebenen Lagerung) mindestens verzehrt werden kann, ohne dass das Lebensmittel unter Qualitäts- oder Geschmackseinbußen leidet. Freilich weißt das Datum auch daraufhin, dass das Lebensmittel ohne gesundheitliche Bedenken verzehrt werden kann.

Die Lebensmittelhersteller drücken somit mit diesem Datum aus, dass ab diesem Zeitpunkt Veränderungen der Aromen, der Konsistenz oder des Geschmacks auftreten könnten. Sicher ist dies freilich nicht.

Wie nun das Wort schon sagt, ist dies eine Mindestangabe, demnach können Lebensmittel natürlich auch noch danach verzehrt werden und sie können danach auch noch genauso gut schmecken.

Dem Verbraucher wird demnach unterstellt, er kenne das Wort "mindestens" nicht. Denn die Annahme, man werfe noch ungeöffnete Lebensmittel nur deshalb weg, weil sie vielleicht nicht mehr gut sein könnten, ist fragwürdig. Gerade weil es sich um eine "Mindest-Angabe" handelt, wird eher nicht so verfahren.

Es dürfte auch keine Rolle spielen, dass es sich um ein "Haltbarkeitsdatum" handelt, da auch dieser Begriff wiederum nur in Verbindung mit dem Wort "Mindest" gesehen werden kann. Es heißt schließlich nicht "lediglich haltbar bis", sondern "mindestens haltbar bis". Ergo: Es hält bis hierhin auf jeden Fall, aber in den meisten Fällen eben doch weitaus länger.

Und gerade wegen dieser Begrifflichkeit und dem Sinn und Zweck der sich hieraus ergibt, kann nicht nachvollzogen werden, warum der Begriff - der uns nun seit Jahrzehnten begleitet - urplötzlich falsch und insbsondere missverständlich sein soll.

Man sollte "dem Verbraucher" doch etwas mehr Intelligenz, Eigenverantwortung und Sprachverständnis zutrauen können und dürfen...

 

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